Autohaus Humborg – Autokauf in Corona Zeiten

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Autohaus – Autokauf in Corona Zeiten Wie funktioniert das ? Die Frage haben wir uns gestellt und konnten mit Herrn Bernard Humborg, vom gleichnamigen Autohaus in Bad Driburg darüber sprechen: Er gibt uns sehr informative Einblicke über sein Geschäft und die aktuelle Marktlage.

Interview:

Herr Humborg – ich gebe die Frage 1zu1 weiter: Wie funktioniert Autohaus in Corona Zeiten ?

Zunächst herzlichen Dank, für die Gelegenheit meine Firma und die Sorgen unserer Branche hier darzustellen. In der Tat haben Sie die Kernfrage vorangestellt, die wir im März letztes Jahr erstmals beantworten mussten. Bevor der erste Lockdown kam, hatte ich wohl den Virus unterschätzt.

Wir haben damals im ersten Lockdown in NRW noch einen „Versorgungsauftrag“ zu erfüllen gehabt, das heißt wir durften unter Einhaltung eines strengen Hygiene-Konzeptes die Türen unserer „Mischbetriebe“ offen halten. So war die Werkstatt geöffnet und der Verkauf mit einer Notbesetzung ebenfalls anwesend. Es ergab sich eine geringe aber doch stetige Nachfrage nach individueller Mobilität, denn jeder Pendler will seit Corona lieber mit dem eigenen PKW zur Arbeit fahren, als mit Bussen oder Fahrgemeinschaften. Die Einschränkungen der Wirtschaft und der Restaurant und des Einzelhandels, sowie die vielen von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer aber haben dazu geführt, dass auch wir im Lockdown die halbe Mannschaft zeitweise in Kurzarbeit schicken mussten. Jetzt im zweiten Lockdown können wir immer noch jedem, der ein Auto braucht, eines liefern, wenn es auch engere Vorgaben der Bundesregierung gibt.

Gibt es Einschränkungen im Verkauf oder in Ihrer Werkstatt, ich denke in Richtung Probefahrt oder Leihwagen, was muss beachtet werden ?

In der Werkstatt gibt es keinerlei Einschränkungen. Wir haben hier wiederum einen „Versorgungsauftrag“, wie wiederum Herr Laschet und seine Regierung gegenüber unserem Verband klargestellt hat. Unsere Handwerksbetriebe sind ausdrücklich aufgefordert, die Bevölkerung und insbesondere den Individualverkehr und den Warenverkehr aufrecht zu erhalten.

Wie gesagt sind aber die Auftragszahlen trotzdem sehr zurück gegangen, weil der Bedarf an Individualverkehr im Lockdown sehr zurück gegangen ist. Seit Januar haben wir daher unsere Mannschaft teilweise wieder in Kurzarbeit schicken müssen. Bis dahin konnten wir mit Arbeitszeitkonten, Urlaubsplanung und gezieltem Zeitmanagement diese „bittere Pille“ für unsere Mitarbeiter vermeiden. An dieser Stelle möchte ich die Loyalität und den besonderen Einsatz meiner Mitarbeiter sehr loben! Ich habe die besten Mitarbeiter, die ich mir wünschen kann. Schulungen etc. werden online gemacht, einige konnten/mussten ihre Home Office-Tätigkeit ausweiten, alle anderen halten sich strikt an die Hygiene-Auflagen. Zwar hatten wir schon mehrere Corona-Fälle unter Mitarbeitern und es hat auch einzelne Kunden gegeben, die später positiv getestet wurden. Aber es hat noch keine Ansteckung unter den Kollegen oder zwischen Mitarbeitern und Kunden gegeben!

Hier gab es keine einzige Ansteckung, in keinem meiner Autohäuser!

Das trifft im Übrigen auf alle Autohäuser und sogar auf alle Geschäfte von Einzelhändlern zu, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe! Wir können mit dem Virus umgehen! Selbst in der Zeit, als unser Landkreis „Der Hotspot“ im Land NRW gewesen ist. Der Verkauf geht auch weiter! Wir sind im Office und im Home Office. Unsere Ware ist im Internet präsentiert und auf unserem Freigelände. Man kann einen Vertrag per E-Mail schließen, man kann auch einen telefonischen Auftrag erteilen.

Unsere Verkäufer sind jederzeit vor Ort.

In besonderen Fällen dürfen, in Absprache mit den Behörden, auch Probefahrten stattfinden. So hatten wir einer Krankenschwester, die bei der derzeitigen Wetterlage einen Totalschaden an ihrem Fahrzeug erlitten hat, kürzlich eine kontaktlose Probefahrt vor Kauf ermöglichen dürfen. „Kontaktlos“ ist erlaubt. Das machen wir aber am liebsten mit Kunden, die wir kennen, sorry. Die Regel ist aber, dass es keine Probefahrten vor der Kaufentscheidung gibt. Dennoch kauft keiner „die Katze im Sack“.

Wir bieten allen Kunden, die ihr Auto ohne Probefahrt kaufen, ein 14 Tägiges Rückgabe-Recht an. Das fällt uns leicht, denn wir liefern auch ältere Gebrauchte stets in bestmöglichem Zustand aus. Ein 8-Tägiges Umtauschrecht haben wir übrigens schon seit 25 Jahren auf jedes Auto und ich erinnere nur einen einzigen Fall in 25 Jahren, dass ein Auto zurück gegeben wurde.

Die Automobil Hersteller werben mit All-Zeit Niedrig Preisen, dazu die staatliche Förderung der Hybrid Wagen – ehrlich gefragt, ist derzeit der Beste Zeitpunkt ein Auto zu kaufen ?

Ja! – In einer Krise steckt immer auch eine Chance.

Wir haben drei Hersteller-Verträge (mit Opel, Nissan und Ford) Jeder dieser Hersteller produziert in diesem zweiten Lockdown wieder mit voller Kapazität, der Markt ist aber schon im vergangenen Jahr um 20% eingebrochen und alle rechnen nun, seit der dritte Monat mit Lockdown bereits im März erreicht ist, mit einem weiteren Rückgang des Gesamtmarktes. Kein Unternehmen kann mit 80% der Kapazität Gewinne machen, daher ist der Preisdruck extrem. Das spiegelt sich 1:1 in unseren Angeboten wieder. Ein bisschen platt gesagt: schauen sie aus dem Fenster, es gibt nicht einmal geräumte Parkplätze um Autos auf Halde zu produzieren! Daher werden sie scheinbar fast „um jeden Preis“ angeboten. Es wäre fast lächerlich, wenn es für uns nicht auch immer etwas traurig wäre. Für unsere Gebrauchtwagen gelten etwas andere Mechanismen aber mit der Verlängerung des Lockdown in den März, habe ich seit dem 11.Februar auch wieder alle Preise überarbeitet. Zum vielleicht fünften Mal seit 12 Monaten. Gelingt es uns nicht, Autos zu verkaufen und andere in Zahlung zu nehmen, die wir dann durch reparieren, so fehlen auch allein dadurch in der Werkstatt fast 30% der Aufträge!

Für Elektroautos gilt aus meiner Sicht: Sie waren auch ohne Staatsprämie schon wettbewerbsfähig und marktreif. Die Prämien von über 9.000,-€ haben diese Autos jetzt in der Gesamt-Kosten-Betrachtung „sehr günstig“ gemacht. Dazu kommt, dass es einfach „geil“ ist ein Elektroauto zu fahren. Achten Sie mal darauf, ob Sie je ein Elektroauto gesehen haben, das wegen Schnee und Kälte Schwierigkeiten hat: keines! Die Achslasten sind optimal verteilt und die e-Autos sind Allrad- oder Front-getrieben.

Als Profi welche nützlichen Tipps können Sie unseren Lesern für den Gebrauchtwagenkauf geben ?

Diese Frage kann man eigentlich nur sehr individuell beantworten. Nehmen Sie das Telefon in die Hand, rufen Sie den Händler Ihres Vertrauens an und fragen Sie. Gebrauchtwagenkauf war bereits vor der Krise stets eine Vertrauens-Angelegenheit. Pauschal kann man vielleicht auch raten: Suchen sie Ihr Traumauto im Internet regional aus, schauen Sie dann ob ein Ihnen bekannter Händler in der Region ein passendes Auto hat und kaufen Sie dann bei dem Anbieter, der Ihnen auch von bekannten und Freunden empfohlen wird. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht einen Lieferanten aussuchen, der ggf. schon vor der Krise unsolide war.

In diesem Zusammenhang kann ich den Lesern übrigens versichern:

Diese Krise wird die Firma Humborg gut überstehen. Selbst wenn sie noch bis zum September dauern sollte. Das verdanken wir zum einen den hervorragenden Mitarbeitern, zum Anderen aber auch dem klugen Unternehmertum meines Vaters und Großvaters. Ich habe das Glück eine Firma zu leiten, die organisch gewachsen und vor allem „bezahlt“ war, bevor die Pandemie kam.

Stichwort Hybrid-Wagen – Sie bieten als besonderen Service eine „Strom-Tankstelle“ auf Ihrem Gelände an. Wie funktioniert das, zu welchen Preisen und Zeiten ?

Wie funktioniert das: Es geht sehr einfach, wenn man ein Smartphone hat. Diese Ladesäule hat den „Typ-2“ Stecker, der Standard ist und sie lädt mit 22kW. Einstecken, Lade-App anklicken und pro Stunde 22kWh auftanken. Die Abrechnung erfolgt im Hintergrund über die App. Seit Oktober 2019 ist die Station am Netz, aber sie wird wenig genutzt.

Zu welchen Preisen: Die Säule ist, aufgrund der hohen Ladeleistung nicht ganz billig. Der Strom kostet daher ein paar Cent mehr als daheim in der Küchensteckdose. Daher laden quasi alle e-Mobil-Fahrer zu Hause und langsam.

Zu welchen Zeiten: Das ist lustig: gerade als ich diese Frage beantworten will, ist die Ladestation erstmalig auf beiden Plätzen belegt und ein dritter Verbraucher fragt nach und stört das Interview. (morgens halb 11!) …tja. Das erste Mal seit Oktober 2019, seit die Säule am Netz ist!

Die Ladeplätze stehen 24Stunden an 365Tagen zur Verfügung und eigentlich sind sie immer frei. Gerade heute hatten wir zwei Firmenwagen angeschlossen. Die Kollegen werden jetzt einen Ladeplatz räumen. Auch unsere Firmenwagen laden wir sonst an einer einfachen Schüco-Aussensteckdose. Dort liegen heute aber Schneeberge. Selbst wer sein Auto über 50.000km im Jahr bewegt, fährt nur 500 bis 1.000 Stunden im Jahr! Das heißt, das Auto muss ca. 8.000 Stunden irgendwo geparkt sein. Die meisten Stunden davon zu Hause. Daher laden fast alle ihr Auto zu Hause, mit billigem, langsamem Strom und fahren immer mit vollen Akkus los. Schnell-Ladung wird überwiegend an Autobahnen angenommen.

In Bad Driburg gibt es derweil mehr als ein Dutzend öffentliche Schnellade-Plätze, die mehrheitlich stets frei sind.

Wie schätzen Sie die weitere Akzeptanz der Käufer im Segment E-Autos und Hybride ein ?

Das ist eine sehr schwere Frage: Seit 2010 habe ich stets mehrere elektrische Autos im Angebot. Seit 2010 warte ich, dass der „Knoten platzt“. Ich erwarte, dass wir mit der Staatshilfe etwa 15% der Zulassungen mit elektrischen Autos erreichen werden. Vermutlich bereits in 2021. Ich bin ein großer Fan von e-Autos, wie Sie merken aber der Deutsche tut sich mit Innovationen schwer.

Zwei Beispiele:

  1. Klimaanlagen in Autos gibt es mindestens seit den 70er Jahren. Es gibt keinen erkennbaren Grund, warum man seit dem noch ohne diesen Komfort leben müsste.

Trotzdem gibt es immer noch Autofahrer, die diese serienmäßigen Anlagen nicht nutzen wollen.

  1. Automatik-Getriebe gibt es noch länger. Der deutsche Autofahrer und wohl auch der Autofahrer in jedem anderen Europäischen Land, will aber bei der
  2. Wahl der Fahrstufe nicht „entmündigt“ werden. Immer noch ist das Automatikgetriebe die Ausnahme, Während fast kein amerikanischer Autofahrer noch selbst schalten kann.

Man kann den Bürger nicht zu seinem Glück zwingen.

Auch eine Öko-Diktatur (wenn es so etwas gäbe) könnte keine schnellere „Marktdurchdringung“ erreichen. Ich sehe für die kommenden 2 Jahrzehnte eine Sättigung des Marktes bereits bei 30% e-Autos. Mit den Hybriden vielleicht 50%.

Schauen Sie mal in die Lampen Ihrer Großeltern, wie viele Glühbirnen noch benutzt werden, obwohl es seit Jahren keine mehr zu kaufen geben sollte! Wir lassen uns nicht zwingen, selbst wenn jeder weiß, dass es vernünftig ist. Zum Glück ist der erlebbare Technologiesprung beim e-Antrieb größer als bei der LED-Lampe. Wie gesagt, e-Autofahren ist „geil“. Das könnte helfen.

Möchten Sie auf eine aktuelle Aktion hinweisen ?, gibt es in naher Zukunft ein noch spannenderes Angebot ?

Die „Angrill-Wochen“ ist ein Oberbegriff für unsere Opel-Angebote zum Jahresstart.

Besonders hervorheben kann ich die aktuellen Astra Preise! Wir bieten einen nagelneuen Astra (Benziner) zum „Netprice“ mit über 25% Nachlass an! (das ist mir fast peinlich. Wir ruinieren uns damit dennoch nicht. Wie oben beschrieben gewährt der Hersteller diese Nachlässe, wir reichen sie nur weiter).

Mit Nissan haben wir derzeit die „Crossover Wochen“ Da gibt es auf den neuen Qashqai bis zu 7.000,-€ Nachlass und den Nagelneuen Juke gibt es auch mit riesigen Abschlägen.

Für Ford heißt das Pandemie-Schnäppchen vielleicht Puma: den verleasen wir für 199,-€ im Monat, bei minimaler Anzahlung, sogar in Titanium Ausstattung!

Wir bedanken uns bei Herrn Humborg, für das interessante und freundliche Gespräch!

Weitere Angebote und Informationen unter: https://www.humborg.de/